vom 12. bis 13. September 2025
…Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit…
Diese Passage aus dem „Unser Vater“ kam mir in den Sinn und beschreibt die karge Schönheit dieser gewaltigen Bergkulisse, die wir durchwanderten. Die Bergmassive mit den Pflanzen und Tieren, die dieser unwirtlichen Umgebung
trotzen, beeindrucken sehr. Pfarrer Raphael Hadorn hat die Wanderung organisiert.
Um 08.01 Uhr sind wir ab Hölstein Süd mit ÖV ins Kandertal gestartet. Nach und nach sind alle 11 Teilnehmer*innen zugestiegen und haben sich der Gruppe angeschlossen.
In Kandersteg angekommen ging es weiter mit dem Bus zur Talstation der Luftseilbahn Sunnbüel. Nach Raphael Hadorns origineller Kurzandacht über den ausgestorbenen syrischen Wildesel, haben sich unsere Wege getrennt.
Die Einen, die tüchtigen Berggänger mit ausreichender Kondition, haben die 900 Höhenmeter zu Fuss bewältigt, die Anderen, wohlverstanden die Minorität, haben die gleiche Distanz mit der Gondelbahn bequem überwunden um anschliessend im Restaurant einen Kaffee zu geniessen.
Stunden später waren die beiden Gruppen wieder vereint im Berghotel Schwarenbach an der Gemmiroute. Das Wetter war etwas unbeständig aber trocken. Mystische Nebelschwaden zogen an uns vorbei, um sich später zu einer Nebelwand zu verdichten.
Wir waren gut aufgehoben in unserer Unterkunft, haben ein reichhaltiges Abendessen genossen und uns später, nach einer frohen Spielrunde, teils in Einzel-, teils im Mehrbettzimmern zur Ruhe begeben.
Tags darauf, nach dem Frühstück, bei freundlichem Wetter und starkem, kühlem Wind, machten wir uns auf den Weg zur Gemmipasshöhe. Es gab eine leichte, gelbe Wanderroute entlang dem Daubensee und einen rot- weiss markierten Bergweg. Wir haben Letzteren gewählt. Der schmale Weg führte bergan, oberhalb des Sees. Es war Vorsicht geboten im abschüssigen Gelände dieser beeindruckend- gewaltigen, prächtigen Bergkulisse. Die abgeschliffenen, plattenförmigen Felsformationen mit Findlingen von beachtlicher Grösse als deutliche Hinweise auf eine einstige Gletscherregion waren zum Teil bewachsen mit winzigen Alpenpflanzen, umwerfend vielfältige Gärtchen bei genauer Betrachtung!
Unterwegs hat Raphael Hadorn wieder einen geistlichen Input über das Thema „Adler“ gegeben, der passender nicht hätte sein können! (S. 5.Mose 32.11 und Jes. 40.31)
Er hat seine schwergewichtige Fotoausrüstung samt Stativ mitgetragen, mit der Absicht schöne Tierbilder zu schiessen.
Diese kam ab und zu zum Einsatz. Wir haben uns Zeit genommen die Tiere zu beobachten: Steinböcke bei der Mittagssiesta, Adler im Höhenflug, Bergdohlen mit ihren eleganten Flugmanövern, quirlige Steinschmätzer, ein Turmfalke im Rüttelflug, wohlgenährte Murmeli, und natürlich Schafe, die dort ein grosses Territorium beweiden.
Kurz vor unserem Ziel, der Gemipasshöhe, ist am Horizont die strahlende, schneebedeckte Alpenkette und zur Rechten der Wildstrubelgletscher aufgetaucht. Eine weitere Belohnung!
Wir haben uns im Restaurant verköstigt und die Aussicht ins Rhonetal bewundert. Die Gondelbahn brachte uns später nach Leukerbad. Aus dem Postauto auf dem Weg nach Leuk SBB konnten wir nochmal die imposante Walliser Bergwelt bewundern. Es war eine gemütliche Heimreise und wir haben viele unvergessliche Eindrücke mitgenommen.
Alles hat wunderbar geklappt, dank der perfekten Organisation von Raphael Hadorn. Wir sind während diesen zwei Tagen zu einer fidelen kleinen Gruppe zusammengewachsen, wobei dies nicht zuletzt unserem Pfarrer mit seiner positiven Art und seinem erfrischenden Humor zu verdanken war.
Text: Helena Reist
Bilder: Raphael Hadorn