Ökumenische Reise nach Israel

Damaskustor Jerusalem

Gerade noch bevor Israel wegen dem Corona-Virus entschied, keine Schweizer mehr einreisen zu lassen, sind wir von unserer zehntägigen Reise dorthin zurückgekommen. Wir waren 25 Leute aus der Region unter der Leitung von Sabine Brantschen und mir. Wie viele Pilger und Touristen besuchten wir Nazareth, Betlehem und Jerusalem, und badeten im Toten Meer.

Doch wir wanderten auch durch die judäische Wüste, die nach dem Winterregen grün schimmerte, und wir begegneten Menschen, die uns erzählten von ihrem Glauben, Leben und ihren Träumen. So trafen wir in Israel eine äthiopische Jüdin, eine Muslima und zwei säkulare Frauen von der Bewegung „women wage peace“. Im Westjordanland begegneten wir einem Deutschen, der eine Schule gegründet hat für Kinder mit einer Behinderung; und wir hörten den Vortrag eines Palästinensers, der durch Kunst und Theater jungen Menschen im Westjordanland Hoffnung und Selbstbewusstsein gibt. So war unsere Reise kein blosser Ausflug in ein biblisches Disneyland, sondern konfrontierte uns auch mit der vielschichtigen Wirklichkeit in dieser Gegend heute.

Die gute Stimmung in der Gruppe, gemeinsames Lachen und Gespräche beim Essen oder Gehen halfen die vielen Eindrücke aufnehmen. Neu wurde mir bewusst, wie kostbar es ist, wenn Menschen einander in ihrer Verschiedenheit aushalten, miteinander reden und sich einsetzen für Recht und Frieden im Zusammenleben. Und Jesus Christus, der so viele Pilger nach Israel bringt, begleitet und leitet uns doch längst auf diesem Weg zu gemeinsamer Freude und Frieden.

Pfrn. ROSINA CHRIST
9. März 2020